28.
August 1917
Der 1. Weltkrieg tobt, lähmt Land, Leute und Wirtschaft,
stürzt die Menschen und nicht zuletzt
die Handwerker, in Krisen und Notlagen. Was liegt da näher als
der Kampf aller gegen alle, um zu überleben?
Doch nein: 31 weitsichtige Bäckermeister versammeln sich an
diesem Tag im Hotel "Muldenthal"
in Aue, um die "WIBIA" die
"Wirtschaftsgenossenschaft der Bäcker - Innung Aue und
Umgebung eGmbH"
ins
Leben zu rufen.
"Einer für alle, alle für einen - gemeinsam sind wir
stark"
heißt nun die Losung, die sich in der Folgezeit und bis heute
als richtig erweist.
Die ersten Jahre sind schwer.
Nur ein bescheidenes Rohstoffangebot steht zur Verfügung. Nach
10
Jahren werden lediglich 300.000 Mark Jahresumsatz erreicht. Im Jahr
1928 kann endlich ein neues Lager in
der Auer Bahnhofstraße bezogen werden. Weltwirtschaftskrise
und Nationalsozialismus überschatten die Folgezeit.
1937 wird Herr Erhard Lang zum Geschäftsführer
berufen.Unter seiner Leitung wird die Millionengrenze durchbrochen.
Doch der 2. Weltkrieg schlägt schmerzhafte Wunden und
große Lücken in die einzelnen
Bäckereibetriebe und die Genossenschaft. Nach dem
Zusammenbruch 1945 beginnt erneut der eigentliche Kampf der
Rohstoffbeschaffung. 1948 überträgt die sowjetische
Verwaltung der Genossenschaft den
Mehlhandel und die Bergarbeiterversorgung. Nun geht es steil
aufwärts, allerdings eingezwängt in
das Korsett der Planwirtschaft mit all ihren bürokratischen
Auswüchsen und dem andauernden Kampf
um Rohstoff- und Maschinenzuteilungen.
1948 wird die Schneeberger und 1959 die Schwarzenberger Genossenschaft
der WIBIA angegliedert.
Der Bezug der Lagerräume in der Bockauer Gasse im Jahr 1953
verbessert die Arbeitsbedingungen.
1960 werden 257 Mitgliedsbetriebe gezählt und bis zur Wende 14
Millionen DDR-Mark Jahresumsatz erreicht.
Die Umbruchszeit, die Wirtschafts- und Währungsunion mit der
BRD und schließlich die deutsche Einheit bringen neue
Herausforderungen mit sich, die energisch und weitsichtig angegangen
werden. Schnell wird Verbindung mit der BÄKO - Organisation
aufgenommen und am 09.04.1990 werden wir Mitglied der
BÄKO-Landeszentrale Bayern-Württemberg.
Das alte Lager kann die neue Warenflut nicht mehr bewältigen.
Als Zwischenlösung bezieht die
BÄKO WIBIA im Juli 1991 den Standort in Zschorlau. Doch es ist
den Verantwortlichen klar, dass nur
größere Wirtschaftseinheiten den neuen Anforderungen
gewachsen sein werden. Folgerichtig kommt es zu
Fusionen mit den Bäckereigenossenschaften Reichenbach (1992)
und Falkenstein (1994). Und durch den Zusammenschluss mit der 1906
gegründeten Fleischergenossenschaft Schneeberg gibt es seit
1995
ein bisher einmaliges Novum in der langen BÄKO-Geschichte:
eine gemeinsame Bäcker- und Fleischergenossenschaft.
Unter dem Namen "BÄKO Erzgebirge/Vogtland e.G." hat sie seit 7
Jahren ihr Domizil in den neuen Gebäuden im Gewerbegebiet
Stützengrün. Bewegte Jahre liegen hinter unserer
Genossenschaft. Geblieben sind der Auftrag und
das Bestreben, durch Bündelung der Kräfte den
Mitgliedsbetrieben und Kunden zu nützen, denn:
" Nur gemeinsam sind wir stark"